18. Juli 2026


           
Review

 

 
     
 
Airbourne - No guts. No glory.
 

Interpret: Airbourne
Albumtitel: No guts. No glory.
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Hard-Rock
Tracklist:
01. Born to kill
02. No way but the hard way
03. Blond, bad and beautiful
04. Raise the flag
05. Bottom of the wall
06. White line fever
07. It ain’t over ‘til it’s over
08. Steel town
09. Chewin’ the fat
10. Get busy living
11. Armed and dangerous
12. Overdrive
13. Back on the bottle

Homepage:
www.airbournerock.com


Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie die Welt ohne Airbourne aussehen würde. Das eine Band, die vor ein paar Jahren noch von Sozialhilfe und der Hand im Mund lebte, in kürzester Zeit zu einem der respektabelsten Rock Acts überhaupt avancierte, überrascht keinen, der die Jungs jemals live gesehen und gehört hat, so richtig. Und welchen Status die Boys aus Down under in Deutschland genießen lässt sich anhand der Tatsache, das das Quartett 2007 zum Newcomer des Jahres gewählt wurde, obwohl das Debüt „Runnin’ wild“ noch gar nicht regulär erhältlich war, eindrucksvoll untermauern. Dazu ein legendärer Auftritt beim 2008er Wacken, dessen Wiederholung 2009 nicht ganz so triumphal ausfiel und unzählig andere Live Aktivitäten, die Airbourne einen Ruf wie Donnerhall einbrachten.

 

Nun sind die Jungs aus Warnambool endlich wieder am Start und sorgen mit ihrem extrem geilen Zweitwerk „No guts. No glory.“ für unkontrolliertes Fußzucken, dem unabdingbaren Drang, eine Dose Bier aufzureißen, sich die Kippe zwischen die Zähne zu klemmen und mächtig die Luftgitarre zu schwingen. Das Airbourne immer noch kein Anwärter auf den Originalitätspreis sind, ist in diesem Fall so was von Wurscht, denn die Mucke macht einfach Laune in diesen düsteren, versifften Tagen. Produziert von Johnny K in Chicago (Machine Head, Disturbed), abgemischt von Mike Fraser, der sich mit seinen Arbeiten mit Chickenfoot, Metallica, Slipknot oder (Nachtijall, ick hör dir trapsen) Atze Datze einen Namen in der Szene gemacht hat, sprudeln die Australier nur so über vor Spielfreude und Rotzigkeit, das es eine wahre Pracht ist. Der daraus resultierende Gesamtsound ist erneut eine Reminiszenz an längst vergangene Tage, wo der Rock’n’Roll noch laut dreckig und schmutzig war, man die Nächte durchsumpfte und sich keine Gedanken um den Morgen zu machen brauchte. Das Erstaunlichste aber an „No guts. No glory.“ ist die Tatsache, dass nicht ein einzig schwacher Song auf dem Album zu finden ist. Ein Umstand, der heute seltener denn je ist und für die kompositorische Stärke von Airbourne spricht. Von den 13 auf dem Album befindlichen Songs haben mindestens 7 das Zeug zum absoluten Klassiker. Seien es die unwiderstehliche Stampfer „Born to kill“, „It ain’t over til it’s over“, „Back on the bottle“ oder das überragende „Overdrive“, jeder Song ist ein Kracher, geht in die Glieder und lässt einen rocken, das die Schwarte kracht. Die Refrains sind einprägsam, die Soli klasse und Langeweile ist ein Fremdwort.

 

Airbourne’sNo guts. No glory.“ ist ein rockendes Meisterwerk, eine Platte, bei der man nicht stillsitzen kann und unwiederbringlich mit muss. Ein Album, welches vor Witz, Spielfreude und der puren Lust am musizieren ein wahres Feuerwerk des Rock’n’Roll entfacht. Wie sagten einst die großen Vorbilder: „It’s a long way to the top“. Nicht für Airbourne, die sind da längst schon angekommen. Nicht weniger als die Höchstnote ist hier mehr als angebracht. Ich freue mich tierisch auf die Jungs am 13.03. im Berliner Huxleys.

Bewertung:


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