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18. Juli 2026
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Review |
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Accu§er - Agitation |
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Das nenne ich mal eine Produktions- und Vorbereitungsphase. Satte 15 Jahre haben die Deutschen Thrasher von Accu§er gebraucht, um nach dem in meinen Augen mittelprächtigen „Taken by the throat“ ein neues Langeisen zu formen. Doch auch hier stellt sich mir die Frage: Macht die Reunion einer Band Sinn, die sogar zu ihren Hoch-Zeiten Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger lediglich in Fachkreisen und einem akustisch gut geschulten Publikum geläufig waren? Bedingt, doch wenn nach eigener Aussage die Fans nach neuem Futter verlangen, werden den Ur-Mitglieder und Saitenschwinger Frank Thoms und Rene Schütz einen Teufel tun und ihnen dieses vorenthalten. „Agitation“ nennt sich der Neun-Tracker, der beileibe nicht schlecht ist, doch an Meilensteine wie „Who dominates who“ oder dem genialen „Experimental errors“ von 1987 (beide habe ich sogar noch als Vinyl mit Autogrammen) bei weitem nicht heranreicht und auch nie an dessen Nimbus kratzen kann. Dennoch haben die Herren in all den Jahren scheinbar nicht verlernt, wie man einen ordentlichen Darm zupft um den Elch zum tanzen zu bringen. Die Produktion ist schön stumpf und organisch, nüscht mir pro-Tools oder bekloppten PC Anwendungen (man höre nur mal den neuen Sonic Syndicate Dreck, den ich gar nicht bewerten wollte), vielmehr gibt es so richtig oldschoolig was vor die Pfanne. Leider kommt der Gesang von Frank Thoms zu keiner Zeit an die geniale Röhre des ehemaligen Bassers und Stimmband-Terminators Eberhard Weyer heran und auch sonst merkt man schon den Zahn der Zeit an der einstigen Thrash Institution nagen…und dennoch konnte das Scheibchen zeitweise meine Gefühle in Wallung bringen. Gerade dann, wenn wie bei „The eye of the truth“ ein megafetter Teppich gelegt wird oder beim etwas zu lang und ausufernd geratenen „Criminal solution“ einem schwachen Beginn ein dafür umso stärkerer Mittel- und Endteil folgt. Allerdings stellt sich mir die Frage, warum der Titeltrack ein zweieinhalb minütiges Klangintermezzo dastellt, welches so überflüssig ist, wie die oben bereits erwähnte neue Scheibe von Sonic lalala. So richtig Neues präsentieren uns Accu§er auf „Agitation“ nicht. Vielmehr setzt der Siegener Vierer auf den Sound der frühen Neunziger, scheren sich um Konventionen und machen das, was sie am besten können: Handverlesenen, teutonischen Thrash der alten Schule. Ob die Jungs damit allerdings den Erfolg einheimsen können, der ihnen bis Dato verwehrt blieb, darf stark angezweifelt werden. Nettes Album fürwahr, mehr aber auch nicht. Bewertung: by olaf
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