18. Juli 2026


           
Review

 

 
     
 
Sepultura - Kairos
 

Interpret: Sepultura
Albumtitel: Kairos
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Thrash-Metal
Tracklist:
01. Spectrum
02. Kairos
03. Relentless
04. 2011
05. Just One Fix'
06. Dialog
07. Mask
08. 1413
09. Seethe
10. Born Strong
11. Embrace the Storm
12. 5772
13. No One Will Stand
14. Structure Violence (Azzes)
15. 4648

Homepage:
sepultura.uol.com.br/v7/


Dies wird ein Review, auf das ich mich diebisch freue. Warum? Zum Einen weil Sepultura so was wie eine Achterbahn sind, was die Qualität der Veröffentlichungen angeht…und zum Anderen, um Kollege Langhammer ein wenig ans Bein zu pieseln, der generell alles kacke findet, was in der Post-Max Phase von der Brasilianer auf Polyvinyl veröffentlicht wurde. Einerseits gebe ich dem kurzgeschorenen Rothaarigen prinzipiell Recht, doch bevor man alles schlecht redet, sollte man ruhig mal ein Ohr (oder zwei) riskieren…und das lohnt sich bei „Kairos“ allemal…

 

War „Dante XII“ noch ein Lichtblick im Backkatalog der Brasilianischen Thrash Legende, so zerstörten sie diesen abrupt mit dem Obermüll „Alex“, die mit Abstand das schlechteste Album in der langjährigen Geschichte Sepulturas war und ist. Also, was sollte jetzt noch kommen, nachdem die Streithähne sich nicht auf eine vernünftige Reunion einigen konnten? Erst ein Album der Cavalera Conspiracy, welches ebenfalls nicht richtig zünden wollte und nun halt „Kairos“, das erstaunlicherweise nach solch einem Griff ins Klo wieder richtig stark geworden ist und das letzte Album der brasilianischen Brüder richtig einstampft. Es wird fett gerifft, gethrasht, mit satten Moshparts nicht gegeizt, was mir endlich mal wieder richtig gut gefällt. Derek Green grunzt teilweise Death Metal lastig („Spectrum“), keift gallig in die Runde („Relentless“) oder zollt mit seinem Organ Al Jourgensen Respekt, in dem er die exzellente Ministry Coverversion „Just one fix“ durchs Aufnahmekabel röchelt. Überhaupt passen die Songs wunderbar zusammen und bilden so ein erstaunlich homogenes Klangbild. Andreas Kisser holt alles aus seiner Gitarre raus und überzeugt mit teilweise virtuosen Soli. Langhammer kotzt eh schon und wenn ich jetzt noch erwähne, dass der mit Abstand beste Song „Mask“ locker auf „Beneath the remains“ hätte stehen können, werden dem Giftzwerg aus Babelsberg die Haare grün. Lediglich das verschachtelte „Embrace the storm“ und der abschließende und misslungene Versuch von Industrial Metal („Structure violence“) müffeln ein wenig, was im Endeffekt die Endnote ein wenig schmälert.

 

Das von Roy Z produzierte zwölfte Album der Brasilianischen Legende ist ein neuer Anlauf und ein Schritt in die richtige Richtung. Sollten Sepultura zukünftig mehr solcher Alben im Köcher haben, verstummen bald jegliche Reunion Gerüchte. Ich finde „Kairos“ klasse und gut. Es knallt an allen Ecken und Enden, den Kopf bewegt sich wie von selbst vor und zurück. Jau, passt die Herren. Obrigado

Bewertung:


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