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18. Juli 2026
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Review |
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Onkel Tom - Nunc est bibendum |
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Egal was andere schreiben oder behaupten, dass letzte wirklich reguläre Onkel Tom Album rührt für mich aus dem Jahr 1999 her, wo der Meister der bierseligen Vocalakkrobatik mit „Ein Strauß bunter Melodien“ die Massen zum mitschunkeln und –gröhlen bestens animierte. Über die Best of und die furchtbare Weihnachts CD decke ich mal lieber das Mäntelchen des Schweigens. Daher war ich ziemlich erwartungsschwanger, als ich erstmals „Nunc est bibendum“ in den Player schob und ziemlich fix feststellen durfte, dass sich der Angelripper nicht nur mit Drummer Corny, Basser Mark und Gitarrero Celly, sondern auch mit den Songs eine Frischzellenkur und einen frischen Neustart verordnet hat. Selbstverständlich lässt sich das deutsche Thrash Urgestein erneut nicht lumpen und bietet gutes deutsches Liedgut, welches sich zum größten Teil erneut mit den Konsum von hochprozentigen Nahrungsergänzungen befasst. Doch Obacht, nicht nur Freunde des obergärigen Saufliedes kommen auf dem sechsten Album auf ihre Kosten, denn der gute Onkel (nicht der böhse…) befasst sich diesmal auch durchaus mit anderen Themen, wie der Huldigung an Lemmy Kilmister, einer Reminiszenz an die ältere Hard Rock Generation („Bon Scott hab ich noch live gesehen“) oder der absolut überragenden Version des Chanson Klassikers „Wie das Glas in meiner Hand“ von Petra Pascal aus dem Jahre 1971 bei der ich mich tatsächlich fragte, wie Tom an solch vergessene Perlen rankommt. Doch Schluss mit der Schwelgerei…“Schade, dass man Bier nicht ficken kann“, „Wenn der Zapfhahn kräht“ oder das gegrunzte „Bier“ bringen einen ohne Umwege zurück auf den Boden der Tatsachen. Musikalisch teilweise schön Bombenhagel-punkig bis AC/DC Rock’n’Rollig bolzen sich die Jungs durch 15 Tracks, die dem Album das Prädikat „Value for money“ verleihen, obwohl nicht alle Tracks musikalisch überzeugen können. Klasse ist die Onkel-Interpretation des Heino Klassikers „In Junkers Kneipe“, „Drink doch ene met“ von den Bläck Föss oder die Stimmungskanone „Ein Heller und ein Batzen“. Furchtbar ist die Frei.Wild/Onkelz Anbiederung „Auf immer und ewig“ oder das bereits 2010 nervende „Auf nach Wacken“, welches wirklich nur bei 3,5 Atü erträglich ist. Ich bin riesiger Sodom Fan und mag Angelrippers unvergleichliches Organ, doch Onkel Tom war immer irgendwie nicht ganz meine Wellenlänge. Dennoch gestehe ich hier vor aller Augen, dass ich „Nunc est bibendum“ gut finde…nicht überragend aber gut. Die Musik geht gut ins Ohr und auch diverse Texte sind mehr als gelungen. Bis auf die von mir erwähnten Ausrutscher ist das Teil mehr als partykompatibel und reißt sämtliche müden Ärsche von ihren Barhockern. Ist genehmigt und kann durchgewunken werden. Prost. Bewertung: by olaf
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