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17. November 2018


           
Rock Harz Open Air 2005

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 08.07. - 09.07.2005
Anlass: Rock Harz Open Air in Osterode im Harz (Niedersachsen)
Autoren:
Andy und Torsti

Es gibt durchaus Festivals, die wissen schlagartig zu überzeugen, auch wenn man das erste Mal dort sein Zelt aufschlug. So erging es uns zumindest letztes Jahr mit dem Rock Harz und wollten unbedingt wieder dahin. Da wir den Hang haben, Gewolltes auch durchzuziehen, machten wir uns also auf den Weg und waren auch schon voller Vorfreude…
Kaum angekommen, empfingen uns auch gleich die Herren Campingwächter und forderten spontan einen Müllpfand von satten 20 €. Da wir in Sachen Müll eher spießig eingestellt sind (wir wollen halt nicht im Dreck „wohnen“), fanden wir das eine gute Sache, auch wenn das ein wenig spontan kam. Doch dazu gegen Ende mehr.
Das eigentliche Problem kam dann auf dem zugewiesenen Zeltplatz: wohin mit den Zelten? Nun, es war schon eine logistische Anstrengung, sein Zelt nicht direkt auf Kuhscheiße aufzubauen, denn davon war mehr als reichlich vorhanden (bei dem einem mehr, beim anderen weniger – bei uns mehr als üppigst)! Zelt-Genie Torsti hatte seine Behausung lange schon aufgebaut, da bastelte ich noch mit unserer netten Begleitung an meinem Zelt. Egal, jedenfalls stand auch bald alles, der Grill lieferte die Verpflegung und das Bier floss in Strömen. Dazu entpuppten sich unsere Nachbarn als Volltreffer, auch wenn später Torstis Kamera darunter leiden sollte (Wirtschaftlicher Totalschaden) und als dann noch weitere Bekannte zu uns stießen, wurde der Abend perfekt abgerundet. Gröhlend und singend begrüßten wir schon bald den nächsten Morgen… „Da simma dabei, das ist priiiimaaaa

Unser
Schlumpfhausen

Freitag 08.07.2005

Mist, verpennt. Das kann vorkommen, darf es aber nicht (sagte schon mein einstiger Chef). Auf diese Weise verpassten wir leider den Festival-Beginn und wollten es uns trotzdem nicht nehmen lassen, erstmal ausgiebig zu äh, frühstücken.

Der Gang zum Festivalgelände war Dank lustiger Begleitung ein echter Lacher und nachdem die Bändchen am Arm waren, checkten wir erstmal die Lage. Uns fiel auf, dass der Platz im Vergleich zum Vorjahr ein wenig an Größe gewonnen hatte. Oder lag es nur an den gefällten Bäumen? Wie auch immer, es waren jedenfalls Bierbuden in ausreichender Menge vorhanden, aus denen frisches Beck's zu zwei Talern im 0,3l Becher gereicht wurde. Zudem war der wohl beste Döner-Laden auch wieder am Platze, …was sollte da noch schief gehen?

Nun, die erste Band, die wir uns halbwegs komplett ansahen, waren D.A.M.N. , die zwar nicht das größte Publikum versammelten, aber dennoch einen soliden Auftritt absolvierten. Der eher schwer beschreibbare Musikstil kam jedoch, nach anfänglichen Schwierigkeiten recht annehmbar aus der Anlage und wusste den Anwesenden definitiv zu gefallen. Das war dann auch für uns schon mal ein allerfeinster, musikalischer Einstieg.

Mit Stone of Fal sollte es für uns und dem Festival weitergehen und so begaben wir uns zur Hauptbühne um uns erneut überraschen zu lassen. Nun, so richtig weggeblasen hat uns der dargebotene Hard-Rock nicht wirklich, weshalb wir der Vorstellung auch nicht in kompletter Länge beiwohnten. Dennoch muss man sagen, dass Genre-Fans sicherlich ihren Spaß daran gehabt hatten, nur schienen äußerst wenige von denen vor Ort gewesen zu sein?!

Nachdem wir ein wenig über die Händler-Meile stolperten und das ein-oder andere vermeintliche Schnäppchen getätigt wurde, zog es uns wieder zur Musik. Todesblei lag in der nebeligen Luft und schemenhaft war Bedevilment zu erkennen. Die Kapelle machte ihre Sache einwandfrei, auch wenn nicht allzu viel Bewegung im Spiel war, was der Mucke jedoch keinen Abbruch tat. Mal schnell, mal im Mid-Tempo gehalten kamen die Songs daher, die zwar nicht jedem von uns gefielen, aber nichts desto Trotz so manchen Matteschüttler vor die Bühne zogen.

Bei Overkill wurde es dann schon merklich voller auf dem Gelände. Die Thrash-Legende um Sänger Blitz wusste schon gleich zu Beginn, wie sie ihre Fans begeistern konnten und schmetterten Klassiker wie das bestens vorgetragene „ In union we stand “ nach vorne. Zwar war ich noch nie ein wirklicher Overkill -Fan und sah die Band an diesem Tage zu ersten Mal, doch konnte ich mir so manche Schuppe locker aus den Haaren bangen, da die Truppe einen förmlich mitriss. Als dann noch einer meiner AC/DC-Faves erklang, kannte ich kein halten mehr und so muss ich (und mache das gerne) diesen Amis eine klasse Vorstellung Attestieren.

Blit (Overkill)
Overkill

Während ich mir daraufhin eine Bierpause gönnte, nahm sich Torsti Zeit für die nächste Band und hinterlässt folgende Zeilen dazu:

Auf meiner Running Order folgte Izegrim. Ganz vorn am Micro fand sich eine hübsche Dame, die es verstand dem fachgerecht vermöbelnden Thrash Metal eine ordentlich tiefe Stimme zu verpassen. Nicht nur mir gefiel die Art der Darbietung, auch das Publikum war kaum zu bremsen. Leider hatten die Niederländer bloß 30 Minuten Zeit und mussten dann schon wieder das Parkett verlassen, dabei hätte ich gern noch mehr gesehen und gehört. [tr]

Was folgte, war erneut eine Band, mit der ich nicht unbedingt Brüderschaft trinken würde, da sie mich noch nie wirklich in ihren Bann zog: Destruction. Vielleicht auch ein Grund, weshalb ich mir die Band erstmals live geben wollte?! Und da kam auch schon mein Handicap zum Vorschein, denn von deren neueren Sachen kannte ich nicht wirklich viel und so wussten mich die älteren Stücke eher zu begeistern. Dabei will ich den aktuelleren Werken natürlich nichts Schlechtes nachsagen. Der Vortrag kam ein wenig routiniert bei mir an, was aufgrund der zahlreich absolvierten Gigs auch kein großes Wunder darstellt. Netto kann man sagen, dass die Band eine großartige Vorstellung bot, die ich mir direkt noch mal ansehen würde… irgendwann.

Destruction
Destruction

Mein eigens gezüchteter Death-Metal-Nachwuchs (also Torsti) tummelte sich daraufhin in der bedachten Stage und berichtet wie folgt:

Mein Territorium war am heutigen Tag definitiv die Zeltbühne auf der als nächstes My darkest Hate folgten. Knallharten auf die Fresse Death Metal boten die fünf Herren dem Publikum. Nach ihren bisher erschienen drei Alben haben sie sich einiges an Publikum angespielt, so verwunderte es auch nicht, dass im Zelt eine enorme Masse an Menschen stand. Wo Six Feet Under vielleicht etwas zu uninnovativ sind, schlagen My darkest Hate genau in die Kerbe. Das Publikum rastete förmlich aus und auch meine Nackenwirbel durften ordentlich leiden. Aber wie schon zuvor bei Izegrim war nach 30 Minuten die Setlist abgegrast und auf der Hauptbühne ging es mit Grave Digger weiter. [tr]

…Und das war mein definitiver Headliner des Tages, der mich in keiner Minute enttäuschte. Dieser Band kann ich an diesem Abend die reine Spielfreude bescheinigen und so feuerten die Männer um Sänger Chris Boltendahl ein wahres Best-Of-Feuerwerk ab, was augenscheinlich bei jedem zündete. Und Zuschauer waren zu der Zeit mehr als genug vorhanden. Spätestens mit dem absoluten Hit „Rebellion“ hatten sie die Massen unter Kontrolle und waren somit der Sieger des Tages (wenn man mich fragen würde). Mit dem legendären Klassiker „Heavy Metal breakdown“ fand dieser, auch optisch, wunderbare Auftritt seinen Abschluss und wird so manchen noch eine Weile in Erinnerung bleiben.

Chris Boltendahl (Grave Digger)
Grave Digger

Fear of the Dawn war nun angesagt und bei Leibe nicht wenige taten sich die ortsansässige Iron Maiden -Coverband an. Diese zockten recht souverän die besten Stücke der Engländer und das fand auch großen Anklang bei den Zuschauern, die aus dem Bangen und „Abrocken“ gar nicht mehr heraus kamen. Mal ehrlich, was soll man an dieser Stelle noch groß Worte verlieren? Tolle Musiker spielen geiles Liedgut – das muss einfach reichen!

Mit Onkel Tom sollte der Freitag seinen Abschluss finden und wer zu dem Zeitpunkt noch nüchtern war, war absolut falsch am Platze. Zwar quatsche der Sodom -Fronter einigen Leuten zuviel, doch wussten seine Songs garantiert zu begeistern. Nachdem er auch noch zahlreiche, begeisterungsfähige Mitbrüller und Zecher auf die Bühne holte, ging es erst richtig los. Diverse zeitlose Lieder aus dem Trinker-Heim Arsenal wurden aus unzähligen Kehlen mitgegröhlt und regelrecht abgefeiert. Zusammenfassend ein (fast) typischer Onkel Tom -Spaß, der einmal mehr ein Festival beendete.

Mit Trinkhorn im anschlag: Onkel Tom
Onkel Tom

Wen's tatsächlich interessiert, inzwischen hatte sich aus unserem kleinen Kreise eine regelrechte Clique gebildet und so verweilten wir noch ein wenig und genossen die starke Atmosphäre auf dem Gelände mit allerhand süffigen Gebräu und vielem lustigen Geschwafel. Dies trugen wir bis zum Campinggelände fort und feierten den ersten Festivaltag amtlich ab.

Und: NEIN! Dieses Jahr bin ich NICHT wieder bis nach Förste gelaufen!!! Tzzz…

 

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