25. August 2019


           
Rock Harz Open Air 2015

 

 

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Bericht

Am: 09.07. - 11.07.2015
Anlass: Rock Harz Open Air in Ballenstedt (Sachsen-Anhalt)
Autor und Fotos:
Flo [fr] & Torsti [tr]

Freitag, der 10. Juli 2015

So richtig gelegt hat sich der Sturm am heutigen Tage noch nicht. Es war aber wenigstens schon mal viel besser auszuhalten, aufkeimende Sonnenstrahlen wurden aber sofort zum Wärme tanken genutzt. 11:55 Uhr wies mein Plan eigentlich Undertow aus, die jedoch erst mal der Grundversorgung aus Frühstück und Pils zum Opfer vielen. Während sich der Großteil unseres Camps auf den Weg hoch zur Teufelsmauer machten, vertrieb ich meine Zeit mit einem bummel über den Camping Ground.
Alle wieder zusammen meinte Flo noch auf dem Gang zu den Bühnen, ob Dani Filth gerade einen Gastauftritt hat. Moment! Jetzt wo er das sagt, fiel es mir doch wieder ein. Devilment waren ja das neue Nebenprojekt des Cradle of Filth Sängers. Bei den letzten 1 ½ Songs konnte ich mir keine tiefschürfende Meinung bilden, aber wer seine Hauptband mag wird wohl auch an Devilment gefallen finden.

Der eigentliche Grund unseres Aufbruchs spielte aber im Anschluss auf der Dark Stage. Die Schweden Månegarm waren an der Reihe und ich war neugierig, da ich bislang keine Gelegenheit hatte mir die Band anzusehen. Waren mir die Alben Dödsfärd und Vredens tid im Gedächtnis als relativ hart hängen geblieben war ich von der Leistung auf der Bühne weniger verzückt. Die Geige übernimmt einen ziemlich dominanten Part und die Songs wirken während der 45 Minuten Spielzeit wenig abwechslungsreich. Schade, aber irgendwie hatte ich etwas mehr erwartet.
Das von Anneke van Giersbergen präsentierte The Gentle Storm konnte da schon einiges mehr. Zwar ist Arjen Lucassen Live nicht mit von der Partie, aber Anneke hat sich dafür eine hübsch anzusehende Gitarristin ins Boot geholt. Neben den natürlich gespielten Songs vom Album The diary gehen ganz klar die The Gathering Coverversionen „Eléanor“ und „Strange machines“ als klarer Stimmungssieger über Ziellinie.

Anneke van Giersbergen auf dem RockHarz Open Air 2015
The Gentle Storm

Während Delain mit ihrem Symphonic Metal ein weiteres male Fans des weiblichen Gesangs vor die Bühne zogen, brauchte ich noch mal eine kurze Pause.
Wieder vor der Bühne sollte Betontod heute noch mal eine weitere Chance bekommen, nach dem das Konzert vor einigen Wochen im Hamburger Docks doch mehr als enttäuschend ausfiel. Eine gewisse Skepsis war also vorhanden, aber heute wirkte der gesamte Auftritt der Rheinberger wieder um einiges „echter“ und engagierter. Frontmann Meister freute sich über das ziemlich gemischte Publikum des RockHarz Open Airs. Der stärkste Song des aktuellen Albums Traum von Freiheit, „Flügel aus Stahl“ kam gleich zu Anfang zum Erklingen, „Keine Popsong“, „In Sekunden“ sowie die vom Party-Volk dankbar aufgenommene Nummer „Glück auf“ waren einige der gespielten Nummern. Ein insgesamt solider Auftritt, jedoch bleibt insgesamt der Eindruck dass Betontod derzeit musikalisch wie auch Live ein wenig den früheren Jahren hinterher hinken. Ich hoffe das ändert sich wieder. [tr]

Mit Biohazard ging es in die zweite Runde. Musikalisch so gar nicht meine Baustelle, aber aufgrund des Legendenstatus einen Blick wert. Der Groove und die Energie ist immer noch großartig. Wer sie früher gut fand, hatte wohl kaum einen Grund, sie sich heute nicht noch mal live anzusehen. Respekt an die Herren.Im Anschluss war Schandmaul dran. Mensch wurde das voll. Ich ging immer weiter an den Rand und anfangs hielt ich das für eine gute Idee. Denn was bei dieser Band an Crowdsurfern unterwegs war, kann ich nur mit nervend betiteln. Und genau die wurden am Ende des Fotograbens wieder ins Publikum entlassen und da stand ich... (haha! - Anm. Torsti)
Zu allem Überfluss rotteten sich dann auch noch ein paar Leute der jüngeren Generation zusammen und machten sich einen Spaß daraus wie bekloppt im Kreis zu springen und dabei anderen auf die Füße zu steigen. Das trieb mich dann allerdings zum Abbruch des an sich guten Auftritts der Band. Denn die Auswahl ihrer Songs überstieg meine Erwartungen. Mit „Drachentöter“, „Teufelsweib“, „Die letzte Tröte“, „Der Hofnarr“, „Vogelfrei“, „Walpurgisnacht“ war ich mehr als zufrieden. Der Sound, die lustigen Ansagen, sowie die gute Laune, die von der Bühne kam, war Headliner würdig.

Schandmaul auf dem RockHarz Open Air 2015
Schandmaul

Aber bevor wir zum heutigen Headliner kommen, erst Mal zu Fear Factory. In den vergangenen Jahren lief mir die Band ja so einige Male über den Weg. Mal abgesehen von den 2 neuen Liedern ihres in den Startlöchern stehenden aktuellen Albums verlief die Show wie gewöhnlich. Setlist: „Shock“, „Edgecrusher“, „Powershifter“, „Linchpin“, Protomech“, „Soulhacker“, „What will become“, „Scapegoat“, „Demanufacture“, „Zero Signal“, „Replica“. Leider lässt die Stimme mittlerweile arg zu wünschen übrig. Die Growls passen noch, aber die klaren Gesangslinien klingen nicht mehr gut. Selbst in den Ansagen zwischen den Liedern denkt man eher an ein Kind im Stimmbruch als an Burton C. Bell, der da auf der Bühne steht. Wenn ich mir vorstelle, dass die Tour zum neuen Album noch bevorsteht, weiß ich nicht, wie er das überstehen will.

So und jetzt zum Headliner des heutigen Tages. Was soll man über diese Legende noch groß Worte verlieren. Mit einer kleinen Verspätung trat W.A.S.P. auf die Bühne und Blackie Lawless wurde gleich unsanft aus seinen Gedanken gerissen, als neben ihm ein Pyro mit Krawall gen Himmel flog. Nach dieser Schrecksekunde war er dann aber auch gleich voll da. In einer Lautstärke, die den angrenzenden Campingplatz sicherlich gut mit unterhalten hat, überzeugten mich die Herren mit ihrer Agilität. Die Setlist liest sich natürlich sehr gut: „On your knees“, „The real me“, „L.O.V.E. machine“, „Crazy“, „Wild child“, „Sleeping (in the fire)“, „Take me up“, „The headless children“, „The Idol“, „I wanna be somebody“, „Chainsaw Charlie“ und „Blind in Texas“. Diese Band, die mich in meiner Kindheit begleitet hat, mal live zu sehen, schöne Sache.

W.A.S.P. auf dem RockHarz Open Air 2015
W.A.S.P.

Bei Eisbrecher herrschte eine ausgelassene Stimmung. Mit „Volle Kraft voraus“, schmetterte Alexx (ehemals Megaherz) mit seiner markanten Stimme gleich richtig los. Ein paar Lieder hielt ich diesen Gitarrensound, gepaart mit Elektro-Klängen stand, doch nachdem „1000 Narben“ gespielt war, konnte ich nicht mehr.

Zum Abschluss des Tages noch Tanzwut? Keiner von uns hat es geschafft. Ich war schon selig im Zelt. Ein anderes Mal vielleicht. [fr]

 

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