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11. Dezember 2018


           
Rock Harz Open Air 2012

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 12.07. - 14.07.2012
Anlass: Rock Harz Open Air in Ballenstedt (Sachsen-Anhalt)
Autor und Fotos:
Torsti

Epilog

Wie die Zeit vergeht. Zuletzt war die Pommesgabel 2005 auf einem kleinen Sportplatz bei Osterrode, latschte Kilometer weit um zurück zum Campingplatz zu kommen und erlebte ein liebevoll organisiertes Festival. Mittlerweile hat das Rock Harz Open Air einige Umzüge hinter sich und gastiert seit 2009 am Fuße der Teufelsmauer.

Nicht nur das Gelände ist deutlich größer ist, auch das Line up verspricht immer neuere Highlights. Zeit für mich mal wieder die Fototasche, Bier und allen anderen Krempel in den Harz zu schlören um euch zu berichten. Mittwoch Mittag starteten wir in Hamburg und waren bereits im ersten Stau, der Rest der Fahrt lief dann glücklicherweise sehr flüssig. Auch das vereinbarte Meeting mit unseren Mitcampern am Rastplatz Regensteinblick an der B6 verlief vortrefflich. Kaum hatten wir den Flugplatz Ballenstedt erreicht begann es auch zu regnen. Der Camp Ground war gut gefüllt. Angenehm wird einem hier der Start bereitet. Anreisende werden nicht Reihe für Reihe auf den Platz gelassen, sondern jeder darf sich sein Areal suchen. Dadurch verläuft der Aufbau um einiges Stressfreier als auf anderen Open Airs. Wir konnten einen Platz relativ weit vorn ergattern und hatten binnen kürzester Zeit eine Wagen-Burg um uns herum aufgebaut. Einziger kleiner Schwachpunkt war die etwas uninformierte Security, zwar gab jeder höflichst eine Antwort, um aber an mein Bändchen zu gelangen irrte ich erst mal über den halben Platz. Der Ärger war aber bei der schönen Atmosphäre und den ersten Dosen Pilsener auch verflogen.
Die ersten Konzerte im Zelt waren bereits durch als wir uns Richtung Platz begaben. Die letzte Truppe hatte bereits aufgehört zu spielen und in freudiger Erwartung einer amtlichen Metaldisco mussten wir schnell feststellen das die heute nicht statt finden sollte. Schade eigentlich.

Donnerstag, der 12. Juli 2012

Die miesen Wetterprognosen im Vorfeld haben nicht sonderlich viel Mut machen können. Bereits am Donnerstag früh fanden sich schnell einige Nachbarn unter unserem Pavillon ein, da deren Dach bereits die Biege gemacht hatte. Mit vereinten Kräften und einer Haltung die man sonst eher in der U-Bahn oder im Bus sieht überzeugten wir den Pavillon am Boden zu bleiben. Da es gerade wieder Stürmte als Drone zu spielen begannen verpasste ich das Celler Thrash-Commando leider.
Meine nächste Anlaufstelle waren Night in Gales, die deutschen Melo-Deather hatten viele neue Songs Ihrer aktuellen Platte Five scars im Gepäck. Bjoern Goosses am Mikrofon weiß zwar zu posen, insgesamt merkt man die lange Bühnen Abstinenz deutlich an, der Auftritt wirkt ingesamt etwas steif.

Night in Gales auf dem Rock Harz Open Air 2012 in Ballenstedt
Night in Gales

Genau das Gegenteil wurde dann auf der Rock Stage geboten, Municipal Waste zerlegen in größter Anmut die Rock Stage. Musikalisch bewegt sich das Florida Quartett auf Pfaden alter Anthrax und konnten damit eine beachtliche Fanschar vor der Bühne versammeln, die dann beim Live Klassiker „Municipal Waste is gonna fuck you up!“ fröhlich zum mit brüllen animiert wurde.
In eine ganz andere Richtung ging es anschließend mit den Mittelalter-Elektronikern Tanzwut. Die Berliner sind dieses Jahr das einzige Aushängeschild der sonst auf dem Rock Harz stark vertretenen Gattung der Spielleute. Somit ist es auch nicht verwunderlich das alle Interessierten auf dem Gelände Ihren Helden zujubelten. Trotz des von mir gern gehörten „Ihr wolltet Spaß“ zu Beginn der dreiviertelstündigen Show hat mich die Darbietung nicht wirklich vom Hocker reißen können. Ich entschloss mich nach kurzem Aufenthalt lieber für den Rückweg zum Camp, um noch ein paar Strahlen der Abendsonne einzufangen und ein kühles Pils zu süffeln.
Pünktlich für die Emil Bulls war ich wieder auf dem Platz. Doch was war das? Hatte ich einen Line up Wechsel nicht mitbekommen? Der sympathische Basser Jamie war nicht mit von der Partie. Die Auflösung folgte auf dem Fuße, eine nicht näher erwähnte Krankheit ist schuld an seinem Fehlen. Der Aushilfs-Basser, dessen Namen ich leider nicht notiert habe, schaffte sich den ganzen Kram innerhalb von 2 Tagen drauf, wie Fronthüpfer Christoph erzählte. Trotz redlicher Bemühungen wollte der Funken nicht so recht aufs Publikum überspringen, den Modern-Metallern kann man jedoch keinerlei Vorwürfe machen.
Ob Peter Tätgren sich erst aus seiner Zwangsjacke, mit der er auf die Bühne kam, befreien musste und deswegen mit 15 Minütiger Verspätung das erste Riff anstimmte bleibt wohl sein Geheimnis. Das warten hat sich in jedem Fall gelohnt, denn wie man es von Pain gewohnt ist gibt es tanzbare Beats und kernige Riffs. Ursprünglich nur als Nebenprojekt gestartet hat sich so schnell der Erfolg eingestellt, das man durchaus von einem Highlight sprechen kann. Die Sonne verliert so langsam an Kraft und die Lichtshow kommt zum ersten Male am heutigen Tag so richtig zum tragen. Die Schweden spielten zwar ohne die auf der letzten Tour eingesetzten Flachbildschirme, konnten aber durch die riesige Backflag einiges wett machen.

Pain auf dem Rock Harz Open Air 2012 in Ballenstedt
Pain

Wer kennt Ihn nicht, den Eckstein-Reim im „Augen auf!“ Song von Oomph!? Eigentlich jeder und genau das ist das Problem, während sich viele gestandene Kutten-Träger mit gerümpfter Nase abdrehten, tobten im Moshpit die jungen wilden vor sich hin. Moshpit? Klingt unglaublich, ist aber so. Frontmann Dero schaffte es sogar die Menge zu einer Wall of Death zu bewegen. Hier sind ganz eindeutig Live-Profis am Werk die mit Ihrer Erfahrung die Qualitäts-Messlatte sehr hoch legten.
Es sollte noch so ein Metallischer Pflegefall folgen. Seitdem Sepultura ohne Max Cavalera auf den Brettern dieses Planeten herum turnen haben Sie gegen diesen Status anzukämpfen. Mittlerweile sind 16 Jahre vergangen, aber die Brasilianer waren nie wieder so gut wie zu Zeiten des Cavalera Clans. Das letzte Album Kairos lies mich endlich wieder aufhorchen, somit war eine gewisse Vorfreunde auf den Gig vorhanden. Doch wenn man dann „Chaos A.D.“, „Territory“ und „Ratamahatta“ (letzterer mit Andreas Kissers Sohn John als Gastgitarrist) hilft es nicht wirklich eine Brücke zu den neuen Sepultura zu schlagen. Insgesamt war der Auftritt OK, viele andere Meinungen waren nicht so positiv gestimmt.
Normal sind Hatebreed nicht meine größte Baustelle, ein paar Titel sind recht nett, aber dauerhaft kann ich mir die Musik nicht geben. Der sympathische Vortuner Jamie Jasta, der sich regelmäßig mit diversen Band-Shirts seiner Helden ablichten lässt, schafft es durch seine Nähe zu den Fans auch deren Interesse aufrecht zu erhalten. Der Sound dröhnt ordentlich nur die lieblos eingesetzte Lichtanlage bietet Angriffsfläche für Kritik. Nach gefühlten 20 Minuten wurde es plötzlich duster und stumm. Entweder hatte eine der Ortsansässigen Feldmäuse genug vom Lärm und hat ein kabel zerfressen oder die Technik war schlicht überlastet. Nach 10 Minuten Stille kam ein netter Herr mit Megaphone an den Zaun und informierte über den Technikausfall. Als nach weiteren 10 Minuten noch immer nichts zu hören war ging ich zurück zum Camp. Eine halbe Stunde war vergangen als endlich wieder Strom zur Unterhaltung der Massen vorhanden war. Hatebreed machten dort weiter, wo sie unterbrochen wurden, jedoch ohne mich. Da so langsam die Kälte der Nacht wirkte beschloss ich für heute das Bett aufzusuchen.

Hatebreed auf dem Rock Harz Open Air 2012 in Ballenstedt
Hatebreed

 

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