14. Juni 2024


           
Rock Harz Open Air 2013

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 11.07. - 13.07.2013
Anlass: Rock Harz Open Air in Ballenstedt (Sachsen-Anhalt)
Autor und Fotos:
Torsti

Donnerstag, der 11. Juli 2013

Ein trockener Morgen nahm uns am ersten regulären Festival Tag in Empfang. Es war zwar etwas frisch durch den Wind aber mit 'nem Pulli konnte man es gut aushalten. Die Vormittagsstunden zogen rasch vorbei und für Toxpack wurden zum ersten Mal die Wanderschuhe geschnürt. Da mir mein Fotopass noch nicht ausgehändigt wurde und ich mich erst mal darum kümmerte, ging der Auftritt der Deutsch Rocker mehr oder weniger ungeachtet vorbei.
Mit einer Portion guter Laune starteten die norwegischen Hard-Rocker Audrey Horne mein Festival dann endgültig. Der Treibkraft der Riffs und der Rhythmus lässt die Füße konstant mit trippeln, was man unschwer an den begeisterten Fans vor der Bühne erkennen kann. Hier hat sich Band und Publikum gefunden und beide waren bereit für 40 Minuten zu rocken, so macht es Spaß.

Audrey Horne auf dem RockHarz Open Air 2013
Audrey Horne

Auf der Dark Stage stand im Anschluss The Resistance. Da Engel bislang nur positiv über die Band von Jasper Strömblad(ex-In Flames), Glenn Ljungström (ex-In Flames, ex-HammerFall) und Marco Aro (The Haunted) berichtet war es an der Zeit mir auch mal einen Eindruck davon zu verschaffen. Doch das was hier von den Schweden dargeboten wurde, war weder toll noch lange zu ertragen. Musikalisch ist von der Genialität der Musiker Live nichts mitzubekommen. Da steuern wir doch lieber ein wenig die Shopping Meile an, die auf dem RHZ auch mit jedem Jahr größer wird.
Die Hamburger AC/DC Rocker Ohrenfeindt hatten auch im Harz etliche Anhänger. Begeistert von der Menge rockte das Trio durch seine Spielzeit und sorgte mit seinen plakativen deutschen Texten für den ein oder anderen Schmunzler bei nicht eingeweihten. Mit „Rock'n'Roll Sexgott“ im Set hatten die Jungs spätestens jetzt den ein oder neuen Sympathisanten hinzugewonnen und auch wenn meine liebe Begleitung das anders sah, ich fands auch gut!
Die polnischen Death Veteranen Vader versammelten anschließend das Hartwurst Publikum vor der Bühne. So sehr mein Herz auch für Death Metal schlägt, aber dem Schaffen von Piotr Wiwczarek kann ich leider nur sehr wenig abgewinnen. Dabei ist der Sound gar nicht schlecht und die Geschichte der Band spricht für sich. Mehr als drei Songs sind bei mir auch heut nicht drin, so dass ich mich erst mal zum Hamburger Stand begebe und mir für 4,50 Euro einen Burger gönne. Frisch zubereitet und von der Größe voll OK ist er sein Geld auch wert.

Vader auf dem RockHarz Open Air 2013
Vader

Mit Unearth steht als nächstes eine Band auf dem Plan, die ich auch schon länger nicht mehr verfolgt habe. Die Metalcore Vertreter entfachen Circlepit um Circlepit und lärmen Präzise wie man Sie kennt. Nur ungewohnt ist für mich der kurz geschorene Sänger Trevor Phipps, der mit seiner Haarpracht auch ein wenig Ausstrahlung verloren hat, dennoch kann der Auftritt als Erfolg verbucht werden.
Auf zu neuen Ufern! Mono Inc. sind mir bislang nur namentlich bekannt, aber das RockHarz ist ja auch dazu da um seinen musikalischen Horizont zu erweitern. Bei der auf die Bühne scheinenden Sonne hat man als Tageslicht tauglicher Metaller durchaus Angst, das die schwarzen Gothic Rocker jeden Moment zu Staub zerfallen können. Glücklicherweise staubt während des Auftrittes nur der Boden vor der Bühne vor Bewegung. Mit Ihrer auf Nummer sicher Mucke zwischen Oomph! Und Unheilig tut das Quartett keinem weh. Die Nummern sind durchweg eingängig. Zeitweise klingen Einflüsse von Billy Idol oder den Sisters of Mercy durch. Ein Hingucker ist die singende Drummerin Katha Mia, die auch mit einem Drum Solo auf Blechtonnen verdiente Publikumsresonanzen einsammelt.
Meine Vorfreude auf das Devin Townsend Project war enorm groß, da mir der Kanadische Freak auf der letzten Fear Factory Tour enorm gut gefiel und eigentlich den Status eines vorgezogenen Headliners hatte. Heute wollte der Funke jedoch nicht richtig überspringen. Die Songauswahl war für meinen Geschmack etwas dürftig und die Stimmung schwappte auch nicht so los, wie noch vor einigen Monaten in der Hamburger Markthalle, obwohl der Sound mal richtig top war. Das Posing des Herrn Townsend war wie immer geprägt von verrückten Grimassen und wildem gezappelt, das allein macht aber noch keinen guten Auftritt.

Devin Townsend Project auf dem RockHarz Open Air 2013
Devin Townsend Project

In all den Jahren Festival habe ich mittlerweile Kreator lieb gewonnen. Kein Wunder nach dem starken Backkatalog und seit 2006 durchweg guten Releases. Zudem sind die Ruhrpott Thrasher auch einfach authentisch, was den Auftritten schlichtweg eine große Glaubwürdigkeit verleiht. Auch am heutigen Abend geben Mille und Sami an ihren Gitarren alles und erlauben sich keinerlei Fehler. Reißer wie „Pleasure to kill“, „Hordes of chaos“ oder „Enemy of god“ finden dankbar Mosher vor der Bühne und entfachen immer wieder einen schönen Pit. Einzig „Phobia“ fehlt mir als Notiz auf meinem Zettel, aber vielleicht war ich ausgerechnet da mal schnell pinkeln und Nachschub holen, wenn dem so ist möge man es mir verzeihen.

Anschließend ging es zügig zurück ins Camp und Kräfte sammeln für die nächsten zwei Tage.

 

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